Empörung & Mitleid genügen nicht!

Aber viele glauben, dass Tierschutz nur diejenigen etwas angeht, die Tiere halten oder beruflich mit Tieren zu tun haben. Das ist ein Irrtum. Auch Sie können sehr viel zum Tierschutz beitragen. Sie können mehr tun, als Mitleid zu empfinden mit Legehennen in Käfigbatterien, Versuchskaninchen oder Gänsen, die gestopft werden.

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Alle sind für Tierschutz
Ich will hier raus!

Auf die Frage: „Was kann ich konkret tun?“ gibt es viele Antworten.

Anregungen und praktische Ratschläge für den 'Tierschutz-Alltag' finden Sie im folgenden Text.

Die täglichen Dinge des Lebens

  • Seien Sie wählerisch als Verbraucherin, als Verbraucher.
  • Den Fleischkonsum einzuschränken fällt gar nicht so schwer, wie Sie vielleicht glauben. Die Devise lautet: Weniger, aber dafür aus artgerechter Tierhaltung.
  • Bevorzugen Sie nicht nur Fleisch und Wurst, sondern auch Eier und Milch aus artgerechter Tierhaltung.
  • Wenn Sie regional erzeugte Produkte kaufen, ersparen Sie den Tieren lange Transportwege. Fragen Sie nach der Herkunft von Fleischprodukten.
  • Appetit auf Tierquälerei? Feinschmecker-Menüs lassen sich auch ohne Haifischflossen, Bärenfleisch, Hummer oder Gänsestopfleber zusammenstellen.
  • Produkte mit neuen chemischen Inhaltsstoffen bedeuten neue Tierversuche. Das Angebot an bewährten „tierversuchsfreien“ Kosmetika und Pflegemitteln für Haut und Haar ist groß.
  • Auch beim Kauf von Waschmitteln und Reinigungsmitteln für den Haushalt müssen es nicht immer neue Wundermittel sein. Machen Sie Ihren Einfluss als Konsumentin, als Konsument geltend.
  • Falls Sie von einem echten Pelzmantel träumen oder sich mit Pelzbesatz schmücken wollen: Informieren Sie sich über den Zusammenhang von Pelztierzucht und Tierqualen für die Herstellung eines solchen Kleidungsstückes. Übrigens: Auch Wolle wärmt! Auch Samt ist edel!

Haustiere brauchen mehr als Tierliebe

  • Bevor Sie sich ein Tier anschaffen, sollten Sie sich über dessen Bedürfnisse und Ansprüche informieren. Überlegen Sie sich gut, ob Sie das Tier auch dann noch unterbringen, ernähren und pflegen wollen und können, wenn es nicht mehr so jung, klein und niedlich ist.
  • Vor der Entscheidung für ein Tier sollte die Information über dessen Herkunft stehen. Sehen Sie sich an, unter welchen Bedingungen Züchter und Händler ihre Tiere halten. Bedenken Sie, dass Sie mit ihrer Kaufentscheidung mitbestimmen, ob jemand am Elend von Tieren Geld verdienen kann.
  • Der Wunsch nach einem Tier kann oft auch in einem Tierheim erfüllt werden. Schauen Sie mal vorbei. Im Tierheim werden immer "Frauchen" und "Herrchen" gesucht.
  • Kaufen Sie keine Wildfänge oder Exoten. Verzichten Sie auf neumodische Züchtungen und Rassen mit erblich bedingten Schäden (Qualzuchten).
  • Tiere brauchen eine artgerechte Unterbringung. Bei Kleintierkäfigen kommt es auf die richtige Größe und eine tiergerechte Ausstattung an. Kaufen Sie keine Rundkäfige oder Goldfischgläser. Viele Tiere schätzen regelmäßigen Auslauf an der frischen Luft oder Freiflug im Zimmer. Lassen Sie ihre Tiere nicht vereinsamen, gönnen Sie sozial lebenden Tierarten den Kontakt zu Artgenossen.
  • Tiere brauchen Ihre Zuwendung und Streicheleinheiten. Ein Hund kann nicht ständig im Zwinger gehalten werden. Spielen und beschäftigen Sie sich mit Ihren Tieren. Achten Sie darauf, daß Spielzeuge keine Verletzungen oder Schäden verursachen können.
  • Tierschutz heißt auch, ungewollten Nachwuchs bei Ihren Haustieren zu vermeiden.
  • Setzen Sie niemals ein Tier aus. Falls Sie ein Tier nicht mehr behalten können, wenden Sie sich bitte an das nächstgelegene Tierheim.
  • Und schließlich: Auch Verzicht kann Tierliebe bedeuten. Denn nicht immer sind die Bedingungen so, daß sich ein Tier – bei aller Liebe – wohlfühlen kann.

Urlaub und Freizeit

  • Auch hier haben Tierliebe und Tierschutz ihren Platz
  • Wenn Sie Ihre Haustiere nicht mit in Urlaub nehmen können, kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Betreuung oder einen Platz in einer Tierpension für die Ferienzeit.
  • Touristenattraktionen wie Stier- und Hahnenkämpfe, die mit Tierqualen verbunden sind, müssen nicht zum Urlaubsprogramm gehören.
  • Verzichten Sie auf Tiersouvenirs. Meiden Sie auch Fotografen, die Sie gegen Bezahlung mit Affenbabys oder anderen exotische Tieren ablichten wollen. Diese Tiere sind oft illegal erworben und haben in der Regel keine artgerechte Unterkunft.
  • Auch ein Zirkus ohne exotische Vierbeiner kann unterhaltend sein und Kindern Spaß machen. Löwen, Tiger und Elefanten schaut man sich besser in einem gut geführten Zoo an. Geben Sie Zoos und Tierparks, in denen die Tiere artgerecht leben können, den Vorzug.
  • Bei Hobby oder Sport mit Tieren geht Rücksichtnahme vor persönlichem Ehrgeiz. Meiden Sie Überforderungen und Extreme. Auch zu Jagderfolg und Anglerglück gehört es, im Zweifel zurückzustecken, um unnötiges Tierleid zu vermeiden.
  • Liegt Ihr Glück auf dem Rücken der Pferde? Dann bevorzugen Sie Reitställe, in denen die Pferde nicht in Boxen stehen, sondern in Gruppen gehalten werden und Auslaufmöglichkeiten haben.

Tiere in Not - so können Sie helfen!

  • Bringen Sie ein aufgefundenes Haustier in ein Tierheim oder benachrichtigen Sie die Polizei. Bei hilflosen Wildtieren sollten Sie sich zunächst bei einem Tierschutzverein oder einer Naturschutzgruppe über die richtigen Maßnahmen informieren und gegebenenfalls um Unterstützung bitten.
  • Verletzte Tiere brauchen tierärztliche Behandlung. Wenn Sie ein verletztes Tier finden, können Sie es auch in ein nahegelegenes Tierheim bringen. Auf jeden Fall sollten Sie dort Bescheid geben. Bei Wildunfällen ist das nächste Forstamt und/oder die Polizei zu benachrichtigen.
  • Sind Sie Zeugin oder Zeuge einer Tierquälerei, können Sie unter genauer Angabe von Ort, Zeit und Personen Anzeige erstatten. Beweiskräftige Fotos sind dabei eine wertvolle Hilfe.
  • Sind Ihnen Missstände bekannt, die sich nicht ohne weiteres abstellen lassen, wenden Sie sich bitte an das zuständige Amt für Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen. Dieses ist verpflichtet, der Sache nachzugehen und erforderlichenfalls Abhilfe zu schaffen.

Mehr Engagement für den Tierschutz! – Ja bitte!

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren. Wie wäre es zum Beispiel mit praktischer Mitarbeit in einem Tierschutzverein oder politischem Einsatz für die Ziele des Tierschutzes?
Geben Sie Tieren eine Stimme und schreiben Sie an die für Tierschutz politisch Verantwortlichen. Fordern Sie auch die Abgeordneten auf, sich (mehr) für Tierschutz einzusetzen.
Denken Sie auch an die Zukunft und geben Sie Kindern eine Chance, positive Erfahrungen mit Tieren zu machen und im direkten Umgang mit Tieren Rücksichtnahme und Respekt zu lernen.

Verschiedene Tierschutz-Broschüren und Faltblätter stehen Ihnen zum download oder zum Bestellen bereit.

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