Dr. Thomas Broschard und Francois Busquet sind Preisträger

Für die Jury war die Arbeit mit dem Titel 'Entwicklung einer in vitro-Methode zur Identifizierung teratogener und proteratogener Substanzen mittels Fischembryonen -mDarT-' von großer Bedeutung für den Tierschutz und besticht durch originellen und innovativen Ansatz. Deshalb erhielten den Hessischen Tierschutzpreis 2007 Dr. Thomas Broschard und François Busquet vom Institut für Toxikologie, Merck KGaA in Darmstadt.

 

Die beiden Wissenschaftler kombinierten zur Erkennung von Substanzen, die in der Schwangerschaft Missbildungen des Embryos hervorrufen können, erstmals erfolgreich einen Fisch-Ei-Test (DarT) mit Bestandteilen aus Säugetier-Zellen, so genannten 'Mikrosomen'. Mit dem neuartigen Testsystem -mDarT- lassen sich nach den ersten vielversprechenden Ergebnissen nunmehr nicht nur teratogene also direkt entwicklungsschädigende Substanzen erkennen, sondern auch proteratogene Stoffe, die erst durch Stoffwechselumwandlung zur Gefahr werden. Der neue methodische Ansatz birgt darüber hinaus das Potential für weitere Entwicklungen im Bereich der in-vitro-Toxikologie. Gerade im Hinblick auf das europäische Chemikalienrecht REACH, das in den nächsten elf Jahren die Risikobewertung von ca. 30.000 Altchemikalien verlangt, sind in vitro-Methoden von großem Wert, um den erwarteten Anstieg der Tiersversuchszahlen zu dämpfen. 2005 wurden laut Tierschutzbericht der Bundesregierung in Deutschland über 5.400 Tierversuche zur Untersuchung entwicklungsschädigender Substanzen durchgeführt.

 

Der Preis wurde am 18. September 2007 im Hessischen Landtag verliehen.

 

Hessen-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen? Geben Sie einen Suchbegriff ein.