Preisträger sind Anja Babel und Prof. Dr. Hanno Würbel

Mit Ihrer Arbeit 'Bestimmung der Isoformenverteilung mittels Kapillarelektrophorese als Alternative zum Bioassay an der Normozythämischen Maus in der Qualitätskontrolle von Erythropoietin' besticht Frau Anja Babel durch ihr zielgerichtetes und wissenschaftlich überzeugendes Vorgehen, das pharmakologisch vorgeschriebene Tierversuche bei der Qualitätskontrolle von Erythropoietin durch ein Verfahren ersetzen soll, das die Wirksamkeit allein aus den biochemischen Eigenschaften der jeweiligen Probe errechnet. Die bisher noch nicht publizierten Ergebnisse ihrer Doktorarbeit geben Aussicht darauf, dass die bislang im Europäischen Arzneibuch noch nicht vorgeschriebenen Tierversuche in Zukunft damit fast vollständig ersetzt werden können. In der Folge könnte man schon bei einer einzelnen Herstellerfirma jährlich auf Versuche an ca. zehntausend Mäusen verzichten. Nach Anpassung an andere Herstellungsverfahren könnte die Methode weltweit Bedeutung erlangen und weitere zahlreiche Tierversuche bei der Qualitätskontrolle von Erythropoietin überflüssig machen.

 

Die Arbeit von Herrn Prof. Dr. Hanno Würbel mit dem Titel 'Laboratory animal welfare: Cage enrichment and mouse behaviour' leistet einen richtungsweisenden Beitrag zum refinement von Tierversuchen, mit dem versuchsbedingte Einschränkungen bei der Haltung von Mäusen überwunden und Leiden vermieden oder vermindert werden sollen. Mit seinen Untersuchungen tritt Prof. Würbel Vorbehalten entgegen, dass eine Versuchstierhaltung in abwechslungsreich ausgestalteten Käfigen die Zuverlässigkeit von Forschungsergebnissen gefährden könnte. Die in der renommierten Fachzeitschrift 'nature' publizierte Arbeit gibt damit einen wichtigen Anstoß für die Fortführung dieser Diskussion und könnte entscheidend dazu beitragen, dass das sog. 'enrichment' von Haltungsbedingungen im Tierversuchsbereich zunehmend akzeptiert und etabliert wird. Davon würden weltweit unzählige Versuchstiere profitieren.

 

Der Preis wurde am 27. Oktober 2005 in der Rotunde des Biebricher Schlosses in Wiesbaden verliehen. 

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