Prof. Dr. Thorsten Stiewe und Dr. Stefan Weigt werden ausgezeichnet

Innovative Forschungsbeiträge von großer Bedeutung für den Tierschutz

 

Die Hessische Landesregierung will für Hessen als wichtigen Standort für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung mit dem Tierschutz-Forschungspreis auf Landesebene einen besonderen Anreiz setzen. Die Jury hat sich nach intensiven Beratungen dazu entschieden, den Preis in diesem Jahr zu teilen.

 

Prof. Dr. Thorsten Stiewe, Philips-Universität Marburg
'Methode für das Monitoring von transplantierten Tumoren in Mäusen'

 

Die Methode von Prof. Dr. Stiewe setzt zum einen daran an, dass zwei unterschiedliche Tumorzellenpopulationen in einem Tier minimal-invasiv und quantitativ verglichen werden können. So halbiert sich die Zahl der eingesetzten Tiere. Die Tumorzellen werden dabei mit künstlichen Markern versehen – Luciferasen. Dies sind Enzyme, die Substanzen unter Lichtproduktion umsetzen. Die Lichtintensität steht dabei in Zusammenhang mit der Luciferasemenge. Für die Messung der Luciferase genügt ein einziger Blutstropfen aus der Schwanzvene.

 

Die Arbeit von Prof. Thorsten Stiewe zeigt, dass in Blutproben quantifizierbare Luciferasen ein verlässliches Maß für die Gesamttumorzellmasse in einer Maus sind. Damit entfallen auch die technisch aufwendigen, bisherigen Untersuchungen, wodurch die Belastungen der Tiere minimiert werden. Zudem bietet die Verwendung der Luciferasen noch den Vorteil, dass sie sensitiver sind als das bislang übliche Betrachten und Befühlen der wachsenden Tumore. Untersuchungen zu Tumorwachstum-Therapie könnten also zukünftig sowohl mit halb so vielen Tieren als auch früher, also in einem das Tier weniger belastenden Stadium, durchgeführt werden. Für seine Arbeit erhält Prof. Dr. Thorsten Stiewe ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

 

Dr. Stefan Weigt, Firma Merck, Darmstadt
'Entwicklung eines in vitro Zebrafischembyo Teratogenitätstests'

 

Die Arbeit von Dr. Stefan Weigt ist von großer Bedeutung. Der Test fußt auf der von Dr. Thomas Broschard und Francois Busquet entwickelten, 2007 ausgezeichneten 'Methode zur Identifizierung teratogener und proteratogener Substanzen mittels Fischembryonen'. Untersuchungen zur Teratogenität sind gesetzlich vorgeschrieben. Teratogene Substanzen sind solche, die am Embryo Miss- und Fehlbildungen hervorrufen. Untersuchungen auf Missbildungen werden deshalb routinemäßig in großen Zahlen vorgenommen. Verwendet werden Millionen trächtiger Ratten und Kaninchen. Der weiterentwickelte Test berücksichtigt nun die gesamte Embryonalentwicklung. Zudem bedarf es nicht mehr der Aktivierung der Testsubstanzen durch Säugetiergewebe. Dies macht es möglich, die Zahl der Versuchstiere weiter zu reduzieren. Bahnbrechend ist der neu gewonnene Nachweis des entwicklungsschädigenden Potentials des Blutgerinnungshemmers Warfarin beim Menschen. Dies konnte bislang weder im Tierversuch noch in vitro nachgewiesen werden. Für seine Forschungsarbeit erhält Dr. Stefan Weigt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

 

Die öffentliche Preisverleihung durch Staatsministerin Priska Hinz fand am 18. November 2014 im Hessischen Landtag statt.

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