Innovative Beiträge sind gut für Forschung und Tierschutz

Der Hessische Tierschutzforschungspreis wird schon über zehn Jahre verliehen und ist mit insgesamt 14.000 Euro dotiert. Die diesjährige Auszeichnung geht an zwei Preisträger. Beide Projekte tragen zur Vermeidung, Reduktion und zum Ersatz von Tierversuchen bei.

 

Dr. Christina Spohr

Mit Ihrer Arbeit hat Frau Dr. Christina Spohr für die Etablierung einer 3R-Alternativmethode für die Chargenprüfung von bovinem Tuberkulin im Meerschweinchenmodell gesorgt. Ihr Ziel war es den gesetzlich vorgeschriebenen, aber stark belastenden Tierversuch zur Wirksamkeitsprüfung von Tuberkulinen unter Verwendung moderner immunologischer Methoden zu verbessern. Das erarbeitete Modell ermöglicht die Durchführung der Prüfung mit wesentlich weniger Tieren. Die Methode kommt ohne die bisher notwendige Hautinfektion aus, so dass die Belastung und das Leiden wesentlich gesenkt werden kann. Aus wissenschaftlicher Sicht könnte diese Methode den bestehenden, gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuch ablösen.

 

Dr. Rüdiger Hack

Stellvertretend für sein Team, wird Dr. Rüdiger Hack, für den in vitro Zellkultur-Test ausgezeichnet, der als Alternative zum Kaninchen-Versuch zur Qualitätskontrolle des Wirkstoffes Insulin Glargin entwickelt wurde. Der Test basiert auf der Aktivierung des menschlichen Insulinrezeptors durch Insuline. Er wurde nach den Vorgaben des amerikanischen Arzneibuchs validiert und die Ergebnisse mit denen aus dem Tierversuch verglichen. Es zeigte sich, dass sich die Ergebnisse der beiden Verfahren in nichts nachstehen. Außerdem wurde ein neues Zellkulturlabor für die Freigabe von Insulinglargin‐Wirkstoff Chargen im Routinebetrieb aufgebaut. Damit kommt die Wirkstoff-Freigabe von Insulinen gänzlich ohne den Einsatz von Tieren aus.

 

Die öffentliche Preisverleihung fand am 16. November 2016 im Hessischen Landtag statt.

Hessen-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen? Geben Sie einen Suchbegriff ein.