Innovative Forschungsbeiträge von großer Bedeutung für den Tierschutz

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser übergibt Hessischen Tierschutz-Forschungspreis 2018

„Die Hessische Landesregierung will für Hessen als wichtigem Standort für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung mit dem Tierschutz-Forschungspreis auf Landesebene einen besonderen Anreiz setzen. Wir freuen uns, in Hessen kluge Köpfe zu haben, die mit hervorragenden Ideen dazu beitragen, die Zahl der Tierversuche und das Leiden von Versuchstieren zu verringern. Ihre Leistungen wollen wir entsprechend öffentlich würdigen und bekannt machen, nicht zuletzt auch als Ansporn für andere. Wir dürfen nicht nachlassen, nach weiteren Ansätzen zur Vermeidung von Tierversuchen oder zur Minderung von Schmerzen und Leiden zu suchen, und diese Methoden dann auch in die breite Anwendung zu bringen“, erklärte heute die Hessische Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger des diesjährigen Hessischen Tierschutz-Forschungspreises in Wiesbaden.

2018 wird die Tierärztin Dr. Kerstin Kleinschmidt-Dörr und ihr Team, aus der Global Research and Developement Merck KGaA, Darmstadt ausgezeichnet. Die Arbeit der Preisträgerin bezieht sich auf besonders tiergerechte Haltungsformen von Kaninchen und Ratten, die in gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuchen zur Arzneimittelsicherheit eingesetzt werden. Solche Versuche erstrecken sich oft über Monate. Dabei geht es um die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Arthrose. Unter solchen schmerzhaften Gelenkveränderungen leiden schon junge, aber insbesondere alte Menschen.

Die Unterbringung der Tiere für diese Forschung findet immer noch häufig in kleinen, wenig strukturierten Käfigen statt, zuweilen sogar in Einzelhaltung statt. Die Preisträgerin hat mit ihrer Arbeit eindrucksvoll belegt, wie Tierschutz und verbesserte Forschung Hand in Hand gehen können. Die Kaninchen leben hier in einer weitläufigen, gut strukturierten Bodenhaltung, die den Tieren ermöglicht Verstecke aufzusuchen, aber sich auch artgemäß zu bewegen und sozial zu interagieren.

Die Rattenbehausung ist ein 4 - stöckiger Großkäfig mit Röhrensystem. Er bietet Bewegungsmöglichkeit und Areale für unterschiedliche Beschäftigung. Diese Form der Haltung, die allerdings nicht im Rahmen jedes Tierversuches möglich ist, führt zu stress- und angstfreien Tieren, die dann auch im Umgang entspannt und ruhig sind. Das minimiert nicht nur die Leiden der Tiere, sondern führt auch zu stabileren wissenschaftlichen Daten, also einer noch besseren und aussagekräftigeren Forschung.

Der Tierschutz-Forschungspreis des Landes Hessen ist mit 14.000 Euro dotiert und soll dazu beitragen, die Anzahl und das Leiden von Versuchstieren in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre sowie der Herstellung biomedizinischer Produkte zu verringern. Teilnahmeberechtigt sind Personen oder Personengruppen, die in Hessen wissenschaftlich tätig sind sowie in Hessen ansässige wissenschaftlich tätige Firmen und Einrichtungen.

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