LBT stellt Jahresbericht 2018 vor

Die Landestierschutzbeauftragte für Hessen, Dr. Madeleine Martin, hat ihren Jahresbericht 2018 vorgelegt. Sie informiert darin über ihre Arbeit im vergangenen Jahr, über ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie ihr Engagement zur Verbesserung des Tierschutzes. Darüber hinaus enthält der Bericht auch interessante gerichtliche Entscheidungen, und beschreibt die vielfältigen Serviceleistungen der Landestierschutzbeauftragten für Veterinärämter.

Als weiterhin wichtigstes Thema für die Zukunft bezeichnete Martin die notwendige Verbesserung des Tierschutzes in der Landwirtschaft.

Martin führt aus: „Der Bund und verschiedene Vertreter landwirtschaftlicher Organisationen zeigen aber leider deutlich, dass ihnen eine glaubwürdige, zukunftsfähige Landwirtschaft mit angemessenen Vorgaben für den Tierschutz nicht so wichtig ist.“

Martin weiter: „Dazu passt die Verschiebung des Verbotes der betäubungslosen Kastration von Ferkeln, das - seit Jahren festgelegt - am 01.01.2019 in Kraft treten sollte, nun um 2 Jahre herausgezögert wird. Der Bund zeigt damit – wie auch bei der Novellierung der Tierschutz-Nutztierverordnung – dass ihm das Staatsziel Tierschutz in Abwägung gegen ökonomisch Interessen unbedeutend scheint. Längst gibt es zuverlässige, tiergerechte Alternativen, die weltweit seit vielen Jahren angewandt werden, bei denen die Ferkel unversehrt bleiben. Die Ebermast oder die Impfung gegen Ebergeruch werden in anderen Ländern sowohl von landwirtschaftlichen wie Verbraucherverbänden empfohlen.

Deutsche Bauernverbände wollen dagegen lieber, dass Landwirte beim Betäuben selbst „Hand anlegen“ dürfen. Doch was befähigt sie dazu? In allen anderen medizinischen Bereichen wäre es undenkbar, dass Fachfremde über einen Crashkurs von wenigen Stunden die Befähigung erlangen sollen, Betäubungen mit Narkosegas durchzuführen. Dieser Weg ist ein schlechter für den Tierschutz!

Das Fleisch von Ebern oder geimpften Schweinen wird dabei längst auch in Deutschland erfolgreich verkauft und gegessen, auch wenn deutsche Bauernverbände davor ihre Augen verschließen.“

Der Jahresbericht ist ab sofort zu beziehen bei der

Landesbeauftragten für Tierschutz
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mainzer Straße 80
65189 Wiesbaden

oder kann per Mail unter  tierschutz@umwelt.hessen.de  angefordert werden und steht auch im Internet unter  www.tierschutz.hessen.de  zum Download zur Verfügung.

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