Millionenfache Tötung

Allein in Hessen werden rund 12 Millionen und bundesweit ca. 40 Millionen Tiere pro Jahr getötet. Ein möglicher Ansatz zur Vermeidung der Kükentötung liegt darin, die Geschlechtsbestimmung schon im Hühnerei zu einem möglichst frühen Zeitpunkt vorzunehmen, so dass die männlichen Küken gar nicht erst ausgebrütet werden.

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Millionenfache Kükentötung

Die extreme Leistungszucht hat in der Geflügelwirtschaft dazu geführt, dass einerseits Hühnerlinien mit hoher Legeleistung, andererseits schnell wachsende Mastlinien mit hohem Brustfleischanteil verwendet werden. Da die männlichen Küken der Legelinien nur wenig Fleisch ansetzen, rentiert sich seitens der Geflügelwirtschaft ihre Mast nicht. Diese gesunden Küken werden routinemäßig gleich nach dem Schlupf aussortiert und aus rein ökonomischen Gründen getötet.

Damit ist in Hessen jetzt Schluss! Am 04.09.2014 untersagte Hessen die Tötung männlicher Eintagsküken. In Hessen steht eine der größten Brütereien Deutschlands, mit 15 Millionen getöteten Küken pro Jahr. An dieses Unternehmen wurde nun eine Verfügung geschickt, die dem Betreiberunternehmen klar definierte Auflagen machen. So ist es dazu verpflichtet, eine Alternative zu benutzen.

Das Problem kann auf zweierlei Arten gelöst werden. Eine Möglichkeit ist eine technische Methode, die eine Geschlechtsbestimmung im Ei in der ersten Hälfte der Bebrütung ermöglicht. Die LBT hatte diese Möglichkeit bereits 2005 initiiert. Hessen begleitete und unterstützte die beteiligten Universitäten über Jahre, auch finanziell.

Wie eine neue Veröffentlichung der Uni Leipzig zeigt, führte diese Forschung zu viel versprechenden Ergebnissen, dass technische Alternativen, die eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung in Hühnerei zulassen, in greifbare Nähe gerückt sind.

Die Untersagung des Landes Hessen greift zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Dieser wird durch die weitere Entwicklung und Automatisierung eines geeigneten technischen Verfahrens bestimmt. Von dem Zeitpunkt an, wenn der Betreiber es erwerben und im täglichen Betrieb einsetzen kann, muss er unverzüglich handeln. Das Konzept der Umstellung wird vom Land Hessen eng begleitet und kontrolliert.

Zum anderen ist die Züchtung sogenannter Zweinutzungsrassen, die sowohl für die Eiererzeugung als auch für die Mast geeignet sind, so dass sich eine geschlechtsbezogene Auslese erübrigt. Für den breiten Markt sind diese Zuchtergebnisse aber bislang leider nicht ausreichend. Hier bedarf es weiterer Anstrengungen!

Die LBT begrüßt die Initiative des Landes Hessen ausdrücklich und ist froh, dass sich Ihr Engagement seit Jahren nun endlich auszahlt.

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