Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung ist wirtschaftlich vertretbar und machbar

Folgenabschätzung des Thünen-Institutes stützt Bundesratsbeschluss

Das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (Thünen-Institut) veröffentlichte gerade seine „Folgenabschätzung eines Verbots der ganzjährigen Anbinde-haltung von Milchkühen“.

Darin legt es dar, dass ein Ausstieg aus der tierschutzwidrigen ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern mit einer Übergangszeit von 10 Jahren machbar ist.

Die Datenauswertung, insbesondere zur Anzahl der betroffenen Haltungen, ist allerdings aus Datenschutzgründen recht undifferenziert und eher oberflächlich, da bestimmte Auswertungen  nicht mehr erfolgen durften. Es kommt lt. den Autoren des Berichtes deshalb  in der Tendenz   zu einer Überschätzung der tatsächlich ganzjährig in Anbindehaltung gehaltenen Tieren bzw. der Betriebe mit Milchkühen in Anbindehaltung.

Martin heute in Wiesbaden. „ Das Ergebnis ist klar.Vor dem Hintergrund, dass diese Stallungen bereits vor Jahrzehnten gebaut und die Gebäude inzwischen schon längst abgeschrieben sind, kann es nicht verwundern, dass ein Verbot dieser nachweislichen tierschutzwidrigen Haltungsform, wie der Bundesrat auf Initiative von Hessen urteilte, natürlich möglich ist. Offen ist allerdings, ob der politische Wille der derzeitigen Bundeslandwirtschaftsministerin zu dem überfälligen Ausstieg reicht.“

Von der ganzjährigen Anbindehaltung der Rinder sind Milchkühe, aber auch Mastbullen und Jungvieh betroffen.

„Diese Form der Tierhaltung reduziert das Leben der Rinder auf Stehen, Liegen, Fressen und Koten. Wichtige andere Verhaltensbereiche, die das Leben eines Tieres ausmachen, wie die Bewegung oder auch das Sozialverhalten können die Tiere nicht ausleben. Gerichte haben schon längst erkannt, dass eine solche Haltung tierschutzwidrig ist“, so die Landestierschutzbeauftragte weiter.

„Nun gibt es keine Ausreden mehr - 2019 muss auf Bundesebene wenigstens in diesem Bereich einen Fortschritt im Tierschutz bringen“.

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