Laut Spiegel Wissenschaft (weltweite Analyse aus 2020) belegt Deutschland den 9. Platz der Lebensmittelverschwender weltweit. Pro Tag landen laut Spiegel pro Person 1415 Kilokalorien im Müll. Das ist erschreckend! Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass ein 4-7 Jahre altes Kind einen täglichen Kalorienbedarf von ca. 1300-1700 kcal benötigt (Recherche lt. Familie.de)
Nach Erhebungen des Umweltbundesamtes fallen jährlich 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle bundesweit an. Jeder Verbraucher, jede Verbraucherin wirft etwa 74,5 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg. Insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Krisen, internationaler Konflikte und Folgen des Klimawandels, müssen wir mit den verfügbaren Lebensmitteln sorgsamer umgehen und können uns diese Verschwendung nicht länger leisten.
Lebensmittelverschwendung betrifft uns alle. Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht mit 58 Prozent, beziehungsweise mit 6,3 Millionen Tonnen in privaten Haushalten! Die Landestierschutzbeauftragte fordert alle auf, sich dieser Dimension bewusst zu werden und aktive Beiträge gegen Lebensmittelverschwendung im Alltag einzubauen.
Aus diesen Gründen gibt die LBT einige Tipps für einen besseren Umgang mit unseren wertvollen Lebensmitteln:
- Besser planen – weniger wegwerfen
- Planen Sie, was auf den Tisch kommt. Schreiben Sie eine Einkaufsliste.
- Auf dem Markt einkaufen ist zwar teurer, aber man kann die Menge kaufen, die man benötigt und unterstützt gleichzeitig die regionalen Bauern. Die Lebensmittel sind frischer. Einkaufen nach dem Motto „Klasse statt Masse“. Zudem ist regionales Einkaufen klima- und umweltfreundlicher. Lange Transportwege fallen weg. Leiden, Qualen und Schmerzen bleiben Tieren durch kurze Wege erspart.
- Prüfen Sie vor dem Einkauf Ihre Vorräte. Aus vielen Lebensmitteln in der Speisekammer lässt sich eine kreative Mahlzeit kreieren.
- Kaufen Sie auch „krumme Dinge“. Eine Karotte muss nicht immer gerade gewachsen sein. Kinder haben Fantasie und finden diese Kameraden lustig.
- Kaufen Sie ruhig Lebensmittel mit kurzem Haltbarkeitsdatum, wenn Sie wissen, dass Sie es am gleichen Tag oder in Kürze verbrauchen.
- Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne. Schmecken, riechen, tasten und anschauen.
- In den meisten Fällen ist die gesamte Frucht oder das Gemüse essbar. Auch der Strunk des Blumenkohls ist lecker.
- Unterschied Mindesthaltbarkeitsdatum und „zu verbrauchen bis“:
Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum oder Verfallsdatum.
„Zu verbrauchen bis“ ist ein Verbrauchsdatum bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch oder Fleisch. Es sollte beachtet werden.
Kaufen Sie nur so viel, wie Sie brauchen. So haben Sie immer Frisches auf dem Teller. - Richtig lagern. Ab in den Kühlschrank, was in den Kühlschrank gehört. Nutzen Sie die einzelnen Zonen des Kühlschranks bewusst nach ihrer Bestimmung. Wickeln Sie Kräuter in ein feuchtes Tuch bevor Sie sie in den Kühlschrank legen. Lagern Sie Lebensmittel wie z.B. Kartoffel oder Zwiebel dunkel.
- Schauen Sie öfter in der Speisekammer vorbei und holen die älteren Lebensmittel nach vorne ins Regal.
- Lebensmittel oder fertig gekochte Reste können eingefroren werden. Schnell eine fertige Mahlzeit.
- Unterstützen Sie nach Ihren Möglichkeiten die Tafeln. Obdachlose und arme Menschen sind sehr dankbar.
- Machen Sie mit bei modernen Anti-Wegwerf-Lebensmittel-Aktionen wie z.B. To good to go. Dies ist eine prima Lebensmittelrettende und den Geldbeutel schonende Möglichkeit Lebensmittel zu retten. Oft bekommt man große Mengen Lebensmittel für kleines Geld. Auf dem Heimweg kann man dann auch noch bei Freunden und Nachbarn vorbeischauen, ihnen eine Freude machen und gleichzeitig ein kurzes Schwätzchen halten.
- Foodshearing: Lebensmittel kostenlos beim Bäcker, Supermarkt & Co. abholen oder aber auch selbst zum Abholen anbieten.
- Lebensmittel haltbar machen. Was Großmutter schon immer gemacht hat, können wir auch. Und es bereitet Freude selbst Eingewecktes zu genießen. Ob Obst, Gemüse oder Fleisch – Selbstgemachtes ist lecker und man weiß, was drin ist. Sommerfrüchte im Winter genießen. Wie wäre es mit selbstgemachter Marmelade, die man an Weihnachten verschenkt? Keine Arbeit vor den oft stressigen Feiertagen und man rettet Lebensmittel vor der Tonne.
- Am Abend im Restaurant gewesen? Nicht aufgegessen? Die meisten Restaurants packen auf Wunsch Reste gerne ein. Warum soll man die Reste nicht am nächsten Tag für die Mittagspause mitnehmen? ...und der Gedanke „Was soll ich morgen essen?“ hat sich erledigt. Geld, Zeit und Arbeit gespart.