Online Veranstaltungen

Kostenfreie Tierschutzveranstaltungen der Berliner LBT

Termine im Juni und Juli 2024

Lesedauer:7 Minuten

In der Vortragsreihe "Wildtiere in der Stadt" am Do, den 13. Juni um 19 Uhr geht es um den Schutz gebäudebrütender Vogelarten in Berlin. Caroline Seige wird einen Überblick über den Artenschutz bei Bauvorhaben mit dem Schwerpunkt Wohnumfeld geben.

Seit der Mensch Gebäude errichtet, leben tierliche „Untermieter“ in unserer unmittelbaren Umgebung. So sind einige Vogel- und Fledermausarten zur Jungenaufzucht zwingend auf Nischen und Höhlen an unseren Dächern und Fassaden angewiesen. Im Zuge der städtebaulichen Umgestaltung und Sanierung sind die Bestände gebäudebewohnender Arten stark zurückgegangen. Die Tiere sind durch nationales und europäisches Artenschutzrecht zwar strikt geschützt, aber Kontrollen und Ausgleichsmaßnahmen finden nur unzureichend statt. Nester werden vor Baubeginn nicht erfasst, Bruten eingedämmt, getötet und ganze Koloniestandorte gehen unwiederbringlich verloren.

Dabei können Maßnahmen für den Arten- und Tierschutz am Bau zeitig eingeplant und die Bestände gebäudebewohnender Arten erfolgreich stabilisiert werden. Es existiert eine Bandbreite technologisch bewährter Lösungen für Nisthilfen, die in Fassaden integriert werden können.

Bürger:nnen in Berlin wissen oft nicht, dass Nester geschützt sind und an wen sie sich wenden können und wer zuständig ist. Hinzu kommt, dass eine Anfrage an die Behörden nicht immer hilfreich beantwortet, wird bzw. im Notfall niemand erreichbar ist. Daher wird gezeigt, was jeder Einzelne tun kann, um die typische Artenvielfalt in der eigenen Nachbarschaft und im alltäglichen Lebensumfeld zu erhalten. 

Kostenfreie Anmeldung: 
https://www.eventbrite.co.uk/e/wildtiere-in-der-stadt-schutz-gebaudebrutender-vogelarten-tickets-887814766867Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

Am Mittwoch, den 19. Juni um 19 Uhr wird Dr. Romy Zeller von der Tierschutzakademie des Deutschen Tierschutzbundes einen Vortrag über den illegalen Welpenhandel halten.

Der Deutsche Tierschutzbund wertet seit mittlerweile zehn Jahren die Fälle von illegalem Heimtierhandel aus, die ihm bekannt werden. Der illegale Handel insbesondere mit Hunden und Katzen hat dabei zunehmend an Bedeutung gewonnen. In dieser Berliner Heimtierrunde sollen die wichtigsten Zahlen der vergangenen zehn Jahre, sowie insbesondere die Entwicklung 2023 vorgestellt werden. Denn in den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 1.400 Fälle von illegalem Tierhandel bekannt, dabei wurden knapp 21.000 Tiere illegal transportiert! Grob überschlagen wurde etwa jeden 3. Tag ein Fall von illegalem Tierhandel in Deutschland aufgedeckt. Auch wenn die Zahlen im Jahr 2023 einen geringfügigen Rückgang aufweisen, wird deutlich, dass der Handel weiterhin im großen Stil stattfindet. Anders als vor einigen Jahren werden jedoch vermehrt Einzeltiere geschmuggelt und als Privatverkäufe getarnt, obwohl sich dahinter illegale und gewerbliche Absichten verbergen. Nach wie vor ist von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen. Deutschlandweit geraten Tierschutzvereine und Tierheime an ihre personellen und finanziellen Grenzen. Kostensteigerungen, insbesondere für Energie, Futter und tierärztliche Behandlungen, haben die Arbeit der uns angeschlossenen Vereine weiter erschwert. Gerade vor diesem Hintergrund stellt die Aufnahme illegal gehandelter Tiere eine zusätzliche und vermeidbare Belastung dar, die aus Tierschutzsicht nicht weiter geduldet werden kann. Um die Problematik des illegalen Welpenhandels endlich effektiv einzudämmen, müssten länderübergreifende Maßnahmen ergriffen werden – beispielsweise eine europaweite Verpflichtung zur Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen, eine gesetzliche Regulierung des Internethandels, verstärkte Aufklärung der Bevölkerung, Schulung der Polizei und des Zolls, vermehrte Kontrollen sowie härtere Strafen für Händler*innen. Auch die Einführung einer Heimtierschutzverordnung, die u.a. einen verpflichtenden Sachkundenachweis vor Anschaffung eines Tieres enthalten sollte, sowie einer Positivliste, die festlegt, welche Tiere sich für eine Haltung in Privathand aus Tier- Natur- und Artenschutzsicht sowie aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit überhaupt eignen, könnten den illegalen Handel mit Tieren weiter einschränken. Gesetzlich bindende Regelungen zur Kostenübernahme durch die zuständigen Behörden sind ebenfalls dringend notwendig.

Kostenfreie Anmeldung:
https://www.eventbrite.co.uk/e/berliner-heimtierrunde-illegaler-welpenhandel-tickets-880836113527Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

Während des 32. Berliner Online-Tierschutzforums wird es am 27.06.2024, 19:00 - 21:00 Uhr, um die Situation der Stadttauben in Berlin gehen. Wie geht es voran mit der Umsetzung des im April 2023 veröffentlichten Berliner Stadttaubenkonzeptes? (Berliner Stadttaubenkonzept, abrufbar unter https://www.berlin.de/lb/tierschutz/tauben/artikel.1334314.phpÖffnet sich in einem neuen Fenster). Außerdem werden die Berliner Landestierschutzbeauftragte Dr. Kathrin Herrmann und der Jurist Dr. Felix Aiwanger den Einsatz von Nicarbazin aus tierschutzfachlicher und tierschutzrechtlicher Sicht beleuchten. Weiteres Thema: Wie kann man gegen Fütterungsverbote vorgehen.

Kostenfreie Anmeldung:
https://www.eventbrite.co.uk/e/32-berliner-tierschutzforum-berliner-stadttaubenkonzept-tickets-910024165777Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

 Am Dienstag, den 2. Juli 2024 um 19 Uhr gehen die Berliner Heimtierrunden der Berliner Landestierschutzbeauftragten und des Tierschutzvereins für Berlin (TVB) weiter. Diesmal wird Tierarzt und Reptilienexperte Danilo Saß einen Vortrag über Herausforderungen, Trends und Probleme bei der Haltung von Reptilien in Privathand und in Tierschutzeinrichtungen halten.

Reptilien sind aufgrund ihrer wechselwarmen Physiologie und der daraus resultierenden begrenzten Anpassungsmöglichkeiten in besonderem Maße von wissenschaftlich fundierten, technisch möglichst optimalen Haltungen in Bezug auf Klima und Fütterung in menschlicher Haltung abhängig. Gleichzeitig sind es Wirbeltiere, die sowohl lange als auch völlig still leiden und ihre zumeist chronischen Erkrankungen lange verbergen können.

Die technischen Fortschritte der Terraristik der letzten Jahrzehnte haben dazu geführt, dass viele dieser Krankheitsbilder erfreulicherweise seltener geworden sind, jedoch ermöglichten sie auch die hochprofessionalisierte Massenvermehrung einzelner Arten zur Herauszüchtung immer „modernerer“ Farb-, Zeichnungs- und Gestaltvarianten, von denen einige klare Qualzuchtmerkmale erfüllen. Diese sog. Morphen stellen, neben oft chronisch erkrankten Tieren der häufig gehaltenen und großwüchsigen Arten, einen nicht unerheblichen Anteil jener Reptilien dar, die sich häufig und meist dauerhaft in Tierschutzeinrichtungen finden lassen. Längst nicht alle Tierheime Deutschlands sind diesen wachsenden Aufgaben sowohl räumlich-technisch als auch personell-fachlich gewachsen.

Kostenfreie Anmeldung:
https://www.eventbrite.co.uk/e/berliner-heimtierrunden-reptilienhaltung-trends-herausforderungen-tickets-861400079827Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

Geschundene Gefährten: Schwere Gesundheitsprobleme durch Rassezucht und mögliche Auswege
Referent: Prof. Dr. Achim Gruber, Ph.D.
Veranstaltungsort: online & vor Ort in Berlin

Am Mittwoch, den 17. Juli von 18 bis 20 Uhr gehen die Berliner Heimtierrunden, die wir gemeinsam mit dem Tierschutzverein für Berlin (TVB) organisieren, weiter. Diesmal geht es um das Thema Defektzuchten.

Das Prinzip der Reinrassigkeit wurde vor 150 Jahren von Menschen erfunden. Erst heute verstehen wir durch moderne genetische und pathologische Forschungen, welche massiven gesundheitlichen Irrwege besonders für Hunde und Katzen daraus entstanden sind. So kennen wir weit über 80 Krankheitsneigungen, Sinnesstörungen und Todesursachen, die als Nebenwirkungen von beliebten Zuchtzielen entstanden sind. Mit weit über 600 zusätzlichen Erbkrankheiten, die durch starke Inzucht verbreitet wurden, haben wir den Hund wie kein anderes Haustier krank gezüchtet. Doch die moderne Wissenschaft zeigt auch Auswege und Lösungsmöglichkeiten auf, ohne die Rassen abschaffen zu müssen. Manche von ihnen müssen aber etwas anders aussehen dürfen, um wieder gesund werden zu können. Wir brauchen dringend eine Wende in der Haustierzucht und müssen dafür Rassen „neu denken“: Denken Sie mit!

Kostenfreie Anmeldung für die Online-Teilnahme:
https://www.eventbrite.co.uk/e/berliner-heimtierrunden-schwere-gesundheitsprobleme-durch-rassezucht-tickets-884784212397Öffnet sich in einem neuen Fenster

Kostenfreie Anmeldung für die Vor-Ort-Teilnahme: Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
https://www.eventbrite.co.uk/e/berliner-heimtierrunden-gesundheitsprobleme-durch-rassezucht-tickets-884795245397Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

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