Animal Hoarding bezeichnet eine psychische Störung aus dem Zwangsspektrum, bei der Betroffene in einem unkontrollierbaren Drang Tiere sammeln und zunehmend nicht mehr in der Lage sind, deren angemessene Versorgung sicherzustellen. Die Tiere leben dabei häufig unter mangelhaften hygienischen Bedingungen, sind krank oder unterernährt. Gleichzeitig verschlechtert sich oft auch die Lebenssituation der Betroffenen selbst, einschließlich ihrer Wohnverhältnisse und Körperpflege. Ein zentrales Merkmal der Erkrankung ist die fehlende Einsicht in das eigene Verhalten sowie in das Leid der Tiere. Studien zeigen, dass insbesondere ältere, alleinlebende Frauen betroffen sind. Das Halten der Tiere erfüllt dabei häufig eine kompensatorische Funktion, etwa im Umgang mit Einsamkeit, Ängsten oder einem Gefühl von Kontrollverlust.
In Deutschland ist Animal Hoarding bislang nicht als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Die bekannten Fallzahlen sind hoch, wobei von einer erheblichen Dunkelziffer ausgegangen werden muss, da viele Fälle unentdeckt bleiben. Therapeutische Ansätze wie die kognitive Verhaltenstherapie zeigen bislang nur begrenzte Erfolge, zudem sind Rückfälle häufig. Aus rechtlicher Sicht wird Animal Hoarding vielfach als Tierquälerei gewertet, was zur Beschlagnahmung der Tiere und zu strafrechtlichen Konsequenzen für die Halter führen kann. Eine frühzeitige Identifikation sowie das Zusammenspiel von psychologischer Unterstützung und rechtlichen Maßnahmen sind daher entscheidend, um das Leid von Mensch und Tier wirksam zu verringern.
Die vorliegende Ausarbeitung bündelt den aktuellen Stand der Literatur zu diesem Thema und hat zum Ziel, ein bislang wenig beachtetes Problemfeld verständlich darzustellen.