Hofnahe Schlachtung

Am 22. November 2016 fand in Hüttenberg bei Gießen eine bis dato bundesweit einmalige Veranstaltung zur „Hofnahen Schlachtung“ - organisiert von der Landestierschutzbeauftragten Hessen, Frau Dr. Martin, in Zusammenarbeit mit der Landestierschutzbeauftragten, Frau Dr. Jäger, Baden-Württemberg - statt.

Sie stieß weit über die hessischen Grenzen auf großes Interesse und war mit ca. 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern außerordentlich gut besucht.

Hofnahe Schlachtung ist jede Schlachtung, bei der das Tier nicht lebend zu einem Schlachthof transportiert wird, sondern vielmehr auf der Weide oder auf dem Hof geschlachtet wird. Aus Sicht des Tierschutzes, aber auch unter dem Gesichtspunkt der Regionalität, der Einsparung von Ressourcen durch Verzicht auf lange Transportwege und auch der verbesserten Fleischqualität spricht vieles dafür, diese Art der Schlachtung zu propagieren und zu fördern.

Gerade für Tierhalterinnen und Tierhalter (insbesondere Biobetriebe oder Landwirte mit Mutterkuhhaltung), die ihre Rinder zwar nicht ganzjährig aber doch im Sommer extensiv und im Winter in Unterständen oder Ställen halten aber auch für Laufstalltiere bedeuten Verladung, Transport und vor allem auch (oft unterschätzt) die Abladung weit mehr als Stress und bedeuten vermeidbare Leiden.

Nach der Einführung ins Thema durch Herrn Dr. Ernst - Referent für Fleisch- und Geflügelfleischhygiene im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Stuttgart beleuchteten die weiteren Referenten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. So berichteten u.a. die Vortragenden über ihre Erfahrungen mit der „Hofnahen Schlachtung“ jeweils aus Sicht eines Metzgers, eines Landwirts, einer Amtstierärztin und eines amtlichen Tierarztes der für Fleischhygiene und Tierschutz zuständig ist.

Auch bot sich die Möglichkeit der Besichtigung eines Schlachtanhängers.

Die Anwesenden waren sich überwiegend einig, dass dies nicht die letzte Veranstaltung zu diesem Thema sein sollte und dass die „Hofnahe Schlachtung“ tatsächliche die Möglichkeit bieten könnte, die Wertschöpfung zurück in die Region zu holen sowie auch regionale Metzger und Landwirte zu stärken.

Die Vorträge der Veranstaltung finden Sie hier.

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