Jedes Jahr verbrennen tausende Schweine, Hühner und Rinder in der landwirtschaftlichen Tierhaltung – laut Auswertungen von Tierschutzorganisationen waren es nach der Presseberichten 2021 mehr als 153.000. Eine private Initiative hat laut dem NDR für das Jahr 2023 nach Auswertung öffentlicher Meldungen 2.361 Stallbrände gezählt. Nicht bei jedem Brand kommen Menschen oder Tiere zu Schaden, das Risiko ist jedoch erheblich.
Als Risikofaktoren für Stallbrände gelten unter anderem unzureichende bauliche und organisatorische Brandschutzmaßnahmen, technische Mängel sowie Defizite bei Prävention und Überwachung. Auch sind die Ställe deutlich größer und die Anzahl der Tiere ist regelmäßig höher als früher.
Die Landestierschutzbeauftragte (LBT) setzt sich deshalb für realistische Evakuierungsmöglichkeiten, verbindliche Bau- und Materialvorschriften, Brandmelde- und Sprinkleranlagen sowie mehr behördliche Kontrollen ein.
2022 konnte Prof. Eva Zeiler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf am Beispiel von Milchviehhaltungen zeigen, dass organisierter Brandschutz, vorbereitete Rettungswege, abgestimmte Einsatzpläne und die regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und Betrieben maßgeblich den Erfolg von Tierrettungen im Brandfall erhöhen.
In Zukunft muss sogar mit mehr Bränden gerechnet werden, da immer mehr elektrische Technik in Ställen und auf Höfen eingesetzt wird - etwa Entmistungs-, Fütterungs- und Melkroboter sowie Photovoltaikanlagen. Denn in rund 30 % der Stallbrände ist die Elektrik verantwortlich.
Vor diesem Hintergrund veranstaltete die LBT bereits 2025 eine Fortbildung zu Großtierrettungen. 2026 wird es nun dazu zwei Vor-Ort-Veranstaltungen geben. Am 16.06. und 17.06.2026 bietet die LBT in Zusammenarbeit mit Herrn Roland Rongen, einem renommierten Tierarzt und Verhaltensforscher, je in Süd- und Osthessen ein Seminar zur technischen Großtierrettung für Feuerwehren an. Das Seminar vermittelt Wissen und bereitet auf Katastrophenfälle bzw. Unfälle im Zusammenhang mit Großtieren wie Pferden, Rindern und Schweinen vor. Für die praktische Umsetzung der Tierrettung ist eine moderne Ausrüstung sowie deren fachlicher und gekonnter Einsatz unumgänglich. In der Intensivschulung vermittelt Herr Rongen sein Wissen mit praxisnahen Übungen.