Am 5. März beschloss der Deutsche Bundestag, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen. Damit dürfen Wölfe in Zukunft geschossen werden, mit dem Ziel, einen günstigen Erhaltungszustand zu gewährleisten. Dabei wird argumentiert, man würde Weidetiere so besser schützen.
Wissenschaftlich betrachtet ist die generelle Jagd auf Wölfe aber nicht sinnvoll.
Es sind lediglich einzelne Wölfe, die lernen, Weidetiere anzugreifen und Schutzmaßnahmen zu umgehen. Meist lernen sie das immer noch, weil Weidetiere nicht ausreichend geschützt sind, und damit den Wölfen schnelle, leichte Jagderfolge gelingen. Solche Problemwölfe können aber schon jetzt geschossen werden.
Manche dieser Tiere sind jung und auf dem Weg, ein neues Territorium zu besetzen. Schießt man Wölfe, die sich normal verhalten, werden ihre Territorien frei und möglicherweise von einem Wolf mit problematischem Verhalten besetzt.
Weidetiere können aber geschützt werden. Dabei sollten die Elektrozäune speziell an das Verhalten der Wölfe angepasst sein. Mindestens 1,20 hoch. Die unterste stromführende Litze sollte maximal 20 cm über dem Boden verlaufen, um ein Unterkriechen zu verhindern. Eine konstant hohe Hütespannung ist essenziell.
Empfohlen werden hochwertige Elektrozäune (meist 5-6 Litzen) oder spezielle engmaschige Elektronetze, die den Boden berühren. Wenn der Storm absinkt, oder ein Zaun z.B. durch Wildtiere oder Sturm beschädigt wird, ist der Schutz nicht mehr gewährleistet.
Für Sachkundige sind auch Herdenschutzhunde geeignete Helfer.
Den im letzten Monitoringzeitraum (2024/25) nachgewiesenen 4.300 Wolfsangriffen in Deutschland auf Weidetiere stehen hunderttausende unnatürliche Todesfälle (Festliegen, Verfangen in Weidezäunen, Parasitenbefall und Krankheiten, Angriffe von Haushunden, Unfälle, aber auch Vernachlässigung) gegenüber. Angriffe durch Wölfe machen also nur einen winzigen Anteil der Todesursachen von Weidetieren aus.
Anstatt unproblematische Wölfe zu schießen, empfiehlt die LBT, den besten Herdenschutz umzusetzen, und im Falle eines trotzdem geschehenen Angriffs durch einen Wolf den Verlust schnell und unbürokratisch zu entschädigen.
Wo es Wölfe gibt, werden Rehe und Hirsche vorsichtiger und meiden bestimmte Waldbereiche. Das reduziert Verbissschäden und steigert sogar den Gewinn des Holzertrags in Wirtschaftswäldern.